Dreambox 7025 - Linux Digital Receiver im Test
Dreambox 7025 - Linux Digital Receiver
Dreambox 7025 - Linux Digital Receiver





Nach längerer Zeit haben wir nun wieder einen Test zu einem Linux digital Receiver. Wieder ist es ein Gerät vom Hersteller Dream Multimedia. Dieses mal aber das erste Gerät von Dream Multimedia mit Twin Tuner. Auch sonst hat sich einiges geändert gegenüber dem Vorgänger DM7020. Bei der 7025 nutzt man als Betriebssystem das neue Enigma2, dem Nachfolger des bei der DM500, DM7000 und DM7020 sehr erfolgreichen Enigma1.

Hintergrund für den Wechsel des Betriebssystems dürfte unter anderem das Handling der beiden Tuner sein. Auch auf der Hardwareseite hat sich ebenfalls einiges geändert. Die CPU ist nun kein IBM PowerPC mehr sondern ein CPU aus dem Hause ATI, womit man sich nun der MIPS Architektur zuschreibt. Benutzt wird ein ATI Xilleon 226, der auch MPEG2-HDTV decodieren kann, da die Box aber keine digitalen Videoausgänge hat wird HDTV nur skaliert ausgegeben (SDTV).

Ebenfalls neu sind die steckbare Tuner. Dream Multimedia hat sich hier für ein System entschieden das dem Endanwender alle Freiheiten lässt. Die 2 Tuner stecken in einem PCI ähnlichem Steckplatz, womit der Austausch der Tuner ein Kinderspiel ist. So kann man spielend leicht aus einer 7025 für Sat Empfang einen Receiver für Kabel TV oder für DVB-T machen. Clou an dieser Sache, die Tuner sind auch mischbar. Wer z.B. keine 2 Kabel in die Wohnung legen kann um den Twin Tuner optimal auszunutzen der macht aus seiner Satversion kurzerhand eine DVB-S und DVB-T Version. Man steckt in einen Slot den Sat Tuner und in den anderen Slot den DVB-T Tuner, schon kann man mit nur einem Satkabel und einer DVB-T Antenne aller Vorteile eines Twin Tuners genießen. Die Box ist nun mit satten 128 MB DDR RAM und einem 32MB NAND-Flash ausgestattet. Dies sind die größten Unterschiede zu den anderen Boxen.





Features / Technische Daten

- 300 MHz MIPS Prozessor
- Linux Open Source (die meisten Teile unter GPL)
- DVB Common-Interface Einschub
- 2x Smartcard-Reader
- Integrierter Compact Flash Leser (Einschub von vorne)
- 10/100 Mbit kompatible Netzwerk-Schnittstelle

- USB 1.1 Anschluss
- Anschluss V.24/RS232
- Großflächiges LC-Display
- 128 MByte DDR RAM, 32 MByte Flash
- Eingebauter IDE UDMA 66 Anschluss
- Festplattenunterstützung für alle üblichen Größen
- Plug&Play TWIN Tuner
- Tunervarianten NIMs (DVB-S, DVB-C, DVB-T)
- Kanalwechsel in weniger als einer Sekunde
- EPG-Unterstützung (Electronic Program Guide)
- Durchschleifen des Fernseher Videotextes
- Unterstützung von mehrfach LNB-Umschaltung (DiSEqC)
- adaptierbares OSD in vielen Sprachen
- SPDI/F optischer Anschluss AC-3
- 2x Scart-Anschluss, RF Modulator, Video Cinch Out
- analog Modem nachrüstbar

Bach dem Bootvorgang der ca. 80 Sekunden in Anspruch nimmt wird man vom Startwizzard begrüßt. Auf dem TV Gerät erscheint die Fernbedienung der Dreambox und es wird einem gezeigt welche Tasten man drücken muss um den Startassistenten zu bedienen. Der Startwizzard hilft beim einstellen der Sprache und vor allem, ganz wichtig, bei den Einstellungen für die beiden Tuner. Hier kann man zuerst den Tuner A konfigurieren. Man kann eine einfache Einstellung wählen in der man nur den Satelliten auswählt oder man wählt DiSEqC und arbeitet sich durch deren Einstellungen. In unserem Test haben wir uns für die einfach Einstellungen entschieden da diese wohl von den meisten Benutzern verwendet wird. Nach diesen Einstellungen geht es weiter zur Konfiguration der 2. Tuners. Hier findet man ebenfalls wieder die gleichen Einstellungsmöglichkeiten wie beim Tuner A. Außerdem kann man "Wie Tuner A" wählen wo die Einstellungen des ersten Tuners auch für den zweiten Tuner übernommen werden. Hat man nur ein Satkabel und schleift einfach durch so wählt man einfach das man von Tuner A das Kabel nur durchschleift. Wir haben uns einfach für "Wie Tuner A" entschieden und haben die Einstellungen übernommen. Danach geht es weiter zur Kanalsuche.

Nach einigen Minuten startet schon das TV Bild und man könnte ab hier bereits seinem TV Genuss freien Lauf lassen. Die Box hat nach dem Kanalsuchlauf direkt eine Favoritenliste angelegt mit den wichtigsten Sender. Was schon beim ersten zappen auffällt sind die schnellen Umschaltzeiten. Solche Umschaltzeiten haben wir bisher bei noch fast keinem anderen Receiver gesehen (außer bei anderen Geräten von Dream Multimedia). Das EPG lässt sich über die Info Taste aufrufen und wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Doch nach einigen Minuten findet man sich auch im EPG zurecht. Hier kann man mit einem Tastendruck einen Timer für eine Aufnahme setzen. Des Weiteren kann man sich raussuchen lassen, wann eine Wiederholung der Sendung kommt. Auch das Umschalten ins Multi EPG funktioniert mit einem Tastendruck. PiP (Bild in Bild) funktionierte ebenfalls ohne Probleme. Natürlich interessierte uns brennend die Aufnahmefunktion.

Durch den Twin Tuner ist es nun endlich möglich auch mit der Dreambox eine Sendung aufzunehmen und eine anderen anzuschauen. Aber vorweg möchten wir noch erwähnen das wir im Gerät eine Maxtor Diamond Max 120GB Festplatte hatten. Der Einbau der Festplatte war spielend einfach, benötigte Kabel und Schrauben liegen der Box bei. Wie oben erwähnt haben wir über das EPG eine Aufnahme programmiert. Die Box startete aus dem Standby die Aufnahme ohne weitere Probleme. Auch eine startende Aufnahme während man sich eine Sendung anschaut funktionierte einwandfrei. Man merkte nicht mal das die Box auf einem anderen Kanal aufnimmt. Und das ist auch schon das große Plus der Box. Der Twin Tuner funktioniert hervorragend. Während einer Aufnahme kann man ohne Probleme eine andere Sendung ansehen. Es sind bis zu 6 gleichzeitige Aufnahmen möglich über 2 verschiedene Transponder. Somit kann man der Recorderfunktion des Receivers nur ein absolutes Lob aussprechen, egal ob Aufnahme aus dem Standby, während einer laufenden Sendungen oder während der Aufnahme einen anderen Sender zu sehen, alles funktionierte bei unseren Test ohne Probleme oder irgendwelche Systemabstürze. Hier hat das Entwicklerteam wirklich herausragende Arbeit geleistet.

Auch die "Schnittfunktion" der Box kann sich sehen lassen. Die "Schnittfunktion" steht in Klammern da es sich nicht wirklich um eine Schnittfunktion handelt. Man kann dem Film auf der Box über verschiedene Marker sagen welche Teile er beim Abspiele ignorieren soll. So spielt die Box bei gesetzten Markern zB. die Filme ohne Werbung ab. Die Aufnahmen selbst sind in einer super Qualität und stehen einer DVD in nichts nach. Um die Aufnahme auf eine DVD zu bannen ist es aber nötig den Film über die Netzwerkschnittstelle auf den PC zu ziehen. Die alten Modelle von Dream Multimedia hatten aber Probleme die 100Mbit zu erreichen, eigentlich wurden die 100 Mbit bei weitem nicht erreicht. Bei der 7025 waren wir sehr überrascht das die Übertragungsraten knapp an den 100Mbit lagen. So sind die Filme schnell und einfach auch auf Ihrem PC. Da die Dreambox nur Marker setzt und die Werbung dadurch einfach überspringt ist die Werbung auf den Files die nun auf dem PC sind immer noch vorhanden. Hier kann man die aufgenommenen .ts (transport stream) Files der Dreambox mittels DVR Studio Pro von Werbung entfernen und direkt auf DVD brennen. Aufgrund fehlender Verfügbarkeit von DVB-T und DVB-C konnten wir diese leider nicht direkt testen. Allerdings sagten uns Kollegen das sich die Box auch mit anderen Tunern so verhält wie mit unseren DVB-S Tunern. Sobald bei uns hier DVB-T aufgeschaltet ist werden wir auch diese Möglichkeiten direkt bei uns testen.






Hier sieht man die neue CPU der Dreambox 7025. Es handelt sich hier um den ATI Xilleon.





Hier die Box von hinten. Die Rückseite wirkt stabil und aufgeräumt.






Hier die Box von innen mit eingebauter Festplatte. Die Festplatte hat man im Gegensatz zu den anderen Boxen diesmal in mehr in die mitte gerückt.






Hier die beiden DVB-S Tuner, die nach Belieben auch durch DVB-T oder DVB-C Tuner getauscht werden können.






Das Display ist sehr gut ablesbar und relativ groß dimensioniert. Es zeigt die wichtigsten Funktionen.








Hier die Box von vorne. Hier gibt es einen CI Einschub, einen Slot für die CF-Card und 2 Smartcard Reader. Im unteren Slot steckt die im Lieferumfang enthaltene InxTV Access Card. Die Fernbedienung macht einen robusten und aufgeräumten Eindruck.






Hier das EPG das mit Druck auf die Info Taste erscheint.







Drückt man im EPG auf die gelbe Taste erscheint das Einfach-EPG das die weiteren Sendungen auf einem Sender anzeigt.






Durch drücken auf die blaue Taste erscheint das Multi-EPG das alle Sender und deren derzeitige Sendung zeigt. Ein weiteres Mal auf die blaue Taste zeigt die folgenden Sendungen auf allen Kanälen.





Hier sieht man den Bild-in-Bild Modus. Man kann die beiden Bilder tauschen oder das eingeblendete Bild auf eine andere Position verschieben.






Fazit

Mit der Dreambox 7025 hat Dream Multimedia wieder einmal ein Top Gerät auf den Markt gebracht das sich vor keinem anderen PVR zu fürchten braucht. Die Bedienoberfläche ist schon wie bei anderen Geräten des Herstellers nicht jedermanns Sache aber mit etwas Übung leicht zu erlernen. Nach einigen Stunden mit der Box hat man die Bedienung dank der übersichtlichen Fernbedienung aber schon verinnerlicht. Dank der schnellen Umschaltzeiten ist es ein Genuss durch die Programme zu schalten. Der UVP liegt laut Dream Multimedia bei 599 . Wer einen PVR mit Twin Tuner will liegt bei diesem Gerät absolut richtig und wird es nicht bereuen etwas mehr Geld ausgegeben zu haben.


Pro:
Twin Tuner
austauschbare Tuner
gutes EPG
schnelle Umschaltzeiten
leichte Timerprogrammierung
einfaches Softwareupdate
einfacher Startwizzard
viele downloadbare Plugins
zahlreiche alternative Betriebssoftware
schnelles Netzwerk
große Hilfs- und Fangemeinde

Kontra:
große Hitzeentwicklung
gewöhnungsbedürftige Bedienung
keine richtige Schnittfunktion



Tester: Berzl Florian



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